017 - Alles Roma oder was?

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Morta CCITUO-Tour 1993 - Alles Roma oder was?

Sonntag,  5.  September  1993. 9.56 Uhr): Ursprünglich war geplant,  erholt und ausgeschlafen zu dieser ultimativen,  heiß ersehnten  Besichtigungstour  (incl.  Pensione Louisiana  und  alhoholischer Getränke:  600,- DM)  aufzubrechen.  Doch  die  Schuljubiläumsfeier  am  Vorabend  (=Kopfschmerz) war für die leidigen  Mienen  verantwortlich. (übel, übel) In Hannover: Zack - Tür vom Eilzug auf - raus - Tür zum ICE war auf - rein - Dosen raus und umbügeln!!! Steht in München  nicht  ein  Hofbräuhaus! KLAR! Raus aus'm Zug (nette Begrüßung durch Musikkapelle wurde   mit   einem lautstarhem: ABI-94 gewürdigt) - rein ins Hofbräuhaus - hoch die Tassen. Abends gings dann weiter Richtung Italien.  Trotz Lichtausfall in diesem sch...-italienischen  Bummelzug,  wurde die Nacht zum Tag. Mr. Vain erlangte langsam aber sicher den Status  einer  ABI-Hymne!  (20 Schüler verwandeln das Abteil Nr.3  in  eine Mini-Disco)  Am Brenner hat sich die Lage etwas entspannt, lediglich ein gewisser Frithjof H. wird beim Entspannen  auf  dem  WC  von  der Grenzpolizei   uberrascht.  

In Rom  angehommen:  raus  aus dem   Zug   -   durch   den Großstadtdschungel ab zur oben genannten Pensione. Aaaaah, wat viele Autos hier - und alle voll mit ItalienerInnen!. 138 Stufen brachten uns endgültig zum Verzweifeln, zumal die Luft  auch  immer  trockener wurde! Ab in die komfortablen 6-Bettzimmer, wo die kühnen Recken sich auf den Betten streck(t)en.  An  dieser  Stelle müssen die beiden Autoren zugeben,  daß  sie  ihre  objektive Sichtweise zugunsten der Vorgänge rund um das Zimmer 26 aufgeben müssen.
Die Besichtigungen, bei sengender Mittagshitze, machten den intellektuellen Teil dieses Tages aus.  Nach  dieser  kulturellen Überdosis machten wir uns auf dem Zahnfleisch kriechend bzw. im  Bus  quetschend  ( Klingel: Fermata  prenotata!)  auf  den Heimweg,  auf  dem  Dirk  L. feststellen mußte, daß er um einige  tausend  Lira  erleichtert worden war. Raus aus dem Bus - rein ins Geschäft - LAMBRUSCO gekauft - rein in die Pensione, in der uns der Hausdrachen
mit    einem    freundlichen: Uaaah, no alcohol, policia, policia!  begrüßte.  Obwohl  man sich entschlossen hatte, sich im Zimmer 26 ausschließlich vom oben genannten Getränk zu ernähren, war es einigen Personen nicht möglich, sich von deutschen  Bierflaschen  loszureißen.

Das  nächste  Mal  solltest  Du keine Reizgasdose zum Öffnen benutzen, Christian H.! (boah, ey, hier kommpse dir vor wie aufm    Schlachtfeld,   Heul, Schnief!)  Auch  die  Bewohner der  anderen  Zimmer  taten  es dem Zimmer 26 gleich: Flaschen unter den Arm - raus aus der Pensione  -  ab  zur  Spanischen Treppe. Holle! Bombig was los hier. Nach einigen  Meier-Runden  machten wir uns mit unseren  lautstarken  ABI-Rufen  die italienischen   Straßenmusiker nicht gerade zu Freunden. Die dazu parallel stattfindende Geburtstagsfeier  von  Ingo  H. mußte  anscheinend  frühzeitig abgebrochen  werden,  da  die Gäste im Strassencafe, unterhalb der Pensione, und Herr Geffert sich wohl nicht als Freunde traditioneller   deutscher   Stimmungslieder erwiesen haben.

Wie an jedem der nachfolgenden Tage  fanden  nicht  nur  Raoul M's feuchte Träume ein jähes Ende. Denn es gab gegen halb acht Frühstück:  Brötchen, hart wie Kruppstahl, mit  caffe, latte,  te.  Mit  Koordinationsschwierigheiten  und  leichten Kopfschmerzen   (woher kommen  die  bloß!)  folgen wir  IL  DUCE  Christian  M.  und  PAPA Pöling  zum  Vatikan. Boah, Heini (Laumeier), wat viele Leute hier, und alles  so  groß.  Als  wir zum Abendessen wieder zur Pensione pilgern, die Verpflegung für die Nacht schon wieder unterm Arm, fängt es an zu schütten. Trotzdem gehts wieder ab zur Spanischen  Treppe,  dort gießt es aber dermaßen, daß  wir  unsere  kleine Feierlichkeit in die angrenzende Mc-Donalds-Filiale verlegen. Das  ging  solange  gut (Meier, Saufen),  bis uns ein Angestellter freundlich informiert, daß er zwar Deutsch im Goethe-Institut  studiert hat,  aber Glasflaschen bei Mc-D. nicht benutzt werden. Bianca  K.:  Was  will  er  uns denn damit sagen!  Raus aus Mc-D., rein in die Pensione, und voll abschlafen. Das geht aber schlecht mit viel Alhohol und Red-Bull im Blut, Jochen P. (da entstehen  dann  eher  peinliche Photos). Der nächste  Morgen  beginnt wie  üblich:  Verordnete  Aufbruchsstimmung  contra  Katerstimmung,  nicht  nur  in Zimmer 26.  Drückende  Hitze und aufhommende Unlust machten die folgende Besichtigungstour zu einer Tortur. Eine kurze aber effektive, konspirative  Sitzung hatte  ein  schnelles Entfernen  der  inzwischen  berühmt-berüchtigten Zimmer-26-
Besatzung  ( Macht  ihr  das wirklich...!  NEIN,  Katharina K.) zur Folge. Zum Mittagessen blieb wie üblich die Wahl zwischen Pizza und Pasta, die durchaus  italienisch  schmeckten.  Nach  dem  Abendessen waren  verschiedene Interessen der  glorreichen  Romfahrer  zu beobachten.  Eine  Gruppe  besuchte noch den Park Villa So-und-so,    während die überwäaltigende  Mehrheit  der Meinung war, man habe sovieso schon genug Kultur getankt und müsse daraufhin erst einmal die Arm-, Nacken- und Lebermuskulatur  bei  mauschigem Kartenspiel trainieren. 5/6 der Zimmer-26-Besatzung war durch  die  vorausgegangenen Strapazen so erschlafft, daß  sie es Robert K. überlassen mußten, die  Dehnbarheit  von Christian M's Unterhose zu testen. Im allgemeinen Sprachgebrauch nennt man das wohl Herrmann-Ziehen.

Nach  hurzer  Keilerei und gymnastischen Übungen (Hallo Raoul) kehrte  schließlich  auch am vierten Tag  der äußerst  genialen  Fahrt Ruhe  in  der  Pensione ein.
Der  heutige  Tag  sollte uns deutschen Frostbeulen  einmal  zeigen  was wirkliche Hitze ist: Vorteil  der  auch  heute  als Pflichtübung anzusehenden Latscherei war lediglich der Verlust  von überschüssigen  Alhoholresten durch das
Ausscheiden von enormen Mengen an Körperflüßigkeit. PAPA Pöling zeigte Erbarmen, indem er  die  heute  zu bewältigende Tour in einer solchen Geschwindigheit zurücklegte, daß es einigen übermüdeten Individuen möglich war, den versäumten Schlaf der vergangenen Nächte  wieder  nachzuholen, also: Rein in die Pensione - rauf aufs Bett - abschlafen. Nachdem man feststellen mußte, daß sich der  Radius,  in  dem  noch LAMBRUSCO-führende Geschäfte  zu  finden  waren, immer weiter vergrößerte, traf sich das KoIlektiv am Trevi-Brunnen, von wo aus es wieder
einmal    zur Spanischen Treppe aufbrach.  Der heutige Abend endete  wieder einmal fur Jochen P.   in einer  Überdosis Coffein, verursacht durch ein Getränk, das nach Gummibärchen schmeckt.
Um     dem Außenstehenden  ein  kleinen Überblick zu verschaffen, was bis zu diesem Zeitpunkt an Alhohol, Tabak und Schlaf konsumiert wurde, läßt sich nur der statistische Pro-Kopf-Verbrauch aufzeigen: 3000 Liter Alhohol,  10  KG  Tabak und  maximal  1  Stunde  Schlaf täglich. Es ist also ein Wunder, daß immer noch so viele leben (MichaeI  E.  und  Arja  M. mußten  schon  vorgestern  aufgrund  undefinierbarer  Magenbeschwerden kapitulieren). Die   beiden   Gruppen,   die Schnellen  unter  PAPA Pöling,  die Kulturbesessenen unter  Chef  Geffert,  steuerten heute getrennt Ostia an. Dem ungeschulten Auge bot sich ein ödes   Bild:   quadratkilometerweit nur Ruinen und kein einziger Kiosk (Durst und Hunger quälten die erschöpften Leiber, übel, übel).  Pietro  Mühlmann verfällt wieder einmal der Suche nach  einem  idalen  Diamotiv und kann die Eile einiger Verdurstender nicht verstehen. Von hieraus durften wir dann sogar ALLEINE mit der S-Bahn zurück fahren!  (Wir hatten ja auch schon fast unser Reifezeugnis).
Die  Flüssignahrungssuche  in Form von LAMBRUSCO wurde auch heute  zur reinsten Odyssee,  so  daß  einige  schon Angst haben mußten, auf ihren heißbegehrten Liebestrunk verzichten zu müssen. Abends rein  in  die  Pensione  -  nicht mehr  raus  -  schon  mauschig Wein gesüffelt - an Tonios Kartentrick verzweifelt - für Alli E. Happy  Birthday  gesungen  - und relativ früh ins Bett ( 6.55 Christian M. schläft seit vorgestern  übrigens  nur  noch  mit Jeans! 35 Minuten trennten uns also von Herrn Geffert's allmorgendlichen Weckattachen: Auuuuuufsteeeeehn! Mit jedem  neuen Morgen  ersehnte  man eine  Verbesserung   des Frühstuckniveaus auf mindestens das  eines  1-Sterne-Restaurants, aber wie immer: KEINE CHANCE!

Wir  setzten schließlich unsere von Schmerz und Krämpfen geplagten Füße in den Staub der Ewigen Stadt. Eine Hochzeit erinnerte uns eher an ein Fußballspiel als an  eine kirchliche  Zeremonie, und an den Rest der BesichtigungsTour, so müssen die beiden Autoren  gestehen, können  sie sich nicht mehr sonderlich erinnern, so daß nur noch zu sagen bleibt, daß auch die Lehrer ihre angestrengten Gesichtszüge nicht mehr verbergen konnten (woraus diese resultierten, bleibt SpekuIation). Da man fast alle  vorausgegangenen  Abende erst in den frühen Morgenstunden beendet  hatte,  waren  die Lehrer der Ansicht, den letzten Abend gemeinsam und ganz gemütlich  zu  beenden.  Gesagt, getan:  Aber was nach zwei Kunstausstellungen und dem Hocken auf einem der zahlreichen Plätze Roms zu tun war, um den letzten  Abend  hier ehrenhaft zu beenden,  Iag  in unseren Händen! In mittlerweile schon  einheitlichen Trikots (für nur  5000 Lira war es uns gelungen, äußerst hübsche Papst-T-Shirts zu ersteigern), pilgerte Zimmer 26 zurück  zur Pensione und stellte alles bisher dagewesene in den Schatten und auf den Kopf. Einige Beispiele: Zunächst versucht man, sich mit den Straßencafebesitzern gutzustellen (empfehlenswert:  Apfelsaftbomben,  spritzen  ungemein),  dann  die  Belastbarheit italienischer Betten auszutesten (...also sechs Mann auf einem Bett halten die wohl aus), und zu guter Letzt testete man die Flugfestigkeit eines Doppelkopf-Kartenspiels (Fenster auf - Karten raus - Fenster wieder zu!).

Somit hatte sich also auch der letzte Abend richtig gelohnt: das Zimmer war aufgeräumt,  die Betten unordentlich und die Getränke  für  morgen  vernichtet. Und nun ereignete sich das, vor dem  uns  alle  graute: Raus aus der Pensione - rein in die Hitze - ab zum Bahnhof - rein in den Zug - ab nach Florenz (unsere leicht umrandeten Augen verbargen wir naturlich vor  den  Lehrkräften  -  durch Produkte der Kosmetikindustrie oder schlicht durch Sonnenbrillen)  Doch der eigentliche Effekt,  den  dieser  Abstecher bewirken sollte, wurde weit verfehlt. Denn durch die  ersten Ermüdungserscheinungen waren  99,9%  der  Teilnehmer nicht mehr in der Lage, sich mit weiterer Kultur zu  beschäftigen. Auf  der Rückfahrt  hat  unser letztes  Geburtstagskind,  Tanja K.,  große Mühe den Glückwünschen auszuweichen,  und als  wir  nach  mindestens  20 Kartenkontrollen in München, das  liegt übrigens wieder in Deutschland,  ankommen,  werden  wir  durch  ganze   11,9 Grad Celsius gefriergeschockt.

Anmerkungen:
Liebe  Lehrer!  Dieser  Artikel kann leider aus Platzgründen nicht die gesamten Tagesabläufe beinhalten. Wir bitten daher, das Fehlen der exakten Besichtigungsdaten in dieser  Darstellung zu entschuldigen und empfehlen deshalb, den Text zwischen dem 5.September und dem 13. September auszulassen und  sich auf die anschließende Kurzfassung S.96) zu konzentrieren.
Lieber Jahrgang 12! Wir trauern mit Euch, daß Ihr nicht das Vergnügen haben dürft, eine solche Fahrt zu erleben. Die
Rom-Fahrer 1993 empfehlen Euch deshalb, die Zeilen zwischen dem 5. und dem 13. September ausgiebigst zu studieren, trotz allem jedoch nicht in Depressionen zu fallen.
Leben saugt!

Christian Hilmes
Robert Kohnhe
Claas Hanhen